











Dieser Ausbildungsbericht wurde erarbeitet von der Arbeitsgruppe der Ausbildungslehrkräfte sowie den Lehrkräften in Ausbildung unserer Schule. Er ist Ergebnis von Sitzungen am 20.02.2009 und am 30.04.2009 und wird bzw. wurde der Lehrerkonferenz am 29.06.2009 vorgelegt.
1. Einleitung
Das Ausbildungskonzept wurde von der Gruppe an der Ausbildung beteiligter bzw. interessierter Lehrkräfte zu Beginn des Schuljahres 2006 / 07 erarbeitet. Seit dem 01.11.2006 ist es durch Beschluss der Schulkonferenz als Teil des Schulprogramms gültig. An unserer Schule hatten zwei Lehrkräfte in Ausbildung (im folgenden: LiA) ihre Ausbildung zu einem großen Teil vor diesem Termin absolviert; 5 weitere LiAs und eine Lehrkraft im 0. Semester durchlaufen ihre Ausbildung an unserer Schule auf der Grundlage des hiermit evaluierten Ausbildungskonzeptes.
2. Zur Ausbildung
Die Zufriedenheit mit der Ausbildung an unserer Schule wird auf einer 10-stufigen Skala (1 - ungenügend; 10 - ausgezeichnet) bei den Ausbildungslehrkräften fast ausschließlich mit Werten von 4 bis 6 eingeschätzt. Die LiAs geben ihre Zufriedenheit mit 6 bis 8 an. Zur Begründung der positiven Bewertung wird von den LiAs meist die Arbeit der Ausbildungslehrkräfte angegeben. In Orientierungsgesprächen wird vor allem die große Unterstützung, ihre Empathie sowie die methodische und didaktische Anleitung hervorgehoben. Außerdem wird der kollegiale Umgang zwischen den Ausbildungslehrkräften und den LiAs als angenehm und förderlich erlebt.
3. Probleme
3.1 Probleme innerhalb der Ausbildung
Es werden verschiedene Probleme innerhalb der Ausbildung beschrieben:
1. Die Ausbildungslehrkräfte sehen große Probleme in der Anstellung von Lehrkräften im 0. Semester durch das Ministerium für Bildung ... in Kiel. Diese können vor allem die Sicherung der Ausbildung dieser Lehrkräfte und die Qualität des Unterrichts betreffen. Die Ausbildungslehrkräfte sprechen sich mit Nachdruck dafür aus, dass 0. Semester nur dann an unsere Schule kommen sollen, wenn in jedem Unterrichtsfach eine Betreuung durch eine erfahrene Lehrkraft gewährleistet wird und diese mindestens eine Entlastungsstunde für die Betreuung erhält.
2. Um den Beginn der Tätigkeit einer LiA an der Schule zu erleichtern, kollegiale Kontakte von Beginn an zu knüpfen und erste, vielfältige Eindrücke zu ermöglichen, sollen durch das Ministerium der erste oder zweite Mittwoch im 1. Semester freigegeben werden, so dass die LiA einen ganzen Schultag hospitieren können, bevor sie selbst unterrichten.
3. Probleme innerhalb der Ausbildung treten erfahrungsgemäß im Zeitmanagements der LiAs auf. Im ersten Semester gelingt es unterschiedlich schnell, eine mittelfristige Planung für eigenverantwortlichen Unterricht sowie für die verschiedenen Bestandteile der schulinternen Ausbildung zu erstellen. In den folgenden Semestern wird die Fähigkeit zum Zeitmanagement durch die temporären Belastungen der Hausarbeiten und der Schulrechtsprüfung stark gefordert. Die Fahrwege zu den Modulen stellen eine weitere große Belastung in der Zeitplanung dar. Um die Auswirkungen eines belasteten Zeitmanagements zu minimieren, wurde auf der Schulkonferenz vom 26.03.2009 beschlossen, dass jede LiA in den ersten beiden Semestern mindestens 30 Hospitationsstunden nachweisen muss.
4. Um die Ausbildung effizienter zu gestalten, wäre eine bessere Verbindung der Ausbildungslehrkräfte zu den Modulanbietern bzw. Studienleitern des IQSH sinnvoll. Dies würde durch den Besuch der dafür vorgesehenen Veranstaltungen für Ausbildungslehrkräfte möglich.
5. Sowohl die Ausbildungslehrkräfte als auch die LiAs würden ein stärkeres Interesse des Kollegiums an der Ausbildung sehr begrüßen. Es wäre für die LiAs von großem Vorteil, wenn sie bei möglichst vielen Kollegen – auch anderer Fachschaften – hospitieren bzw. angeleiteten Unterricht durchführen könnten und eine entsprechend notwendige Bereitschaft aus dem Kollegium signalisiert würde. So wäre es sehr wünschenswert, wenn die Klassenlehrerinnen und –lehrer von Klassen, in denen LiAs eigenverantwortlichen Unterricht führen, der LiA über die Klasse berichten oder wenn die Fachkonferenzvorsitzende bzw. der Fachkonferenzvorsitzende über das schulinterne Curriculum und fächerübergreifende Absprachen sowie fächerübergreifende Aspekte informieren, da diese vor allem auf Erfahrungswissen basieren.
3.2 Probleme bei der Realisierung des Ausbildungskonzeptes
Es werden verschiedene Probleme bei der Realisierung des Ausbildungskonzeptes formuliert:
1) Die Ausbildungslehrkräfte und die LiA wünschen sich dringend ein stärkeres Interesse des Schulleiters an der Ausbildung und die Verwirklichung aller im Ausbildungskonzept im Abschnitt 2.4 „Aufgaben der Schulleiterin / des Schulleiters“ beschriebenen und beschlossenen Aufgaben durch den Schulleiter. Z.B. sollte zu Beginn der Ausbildung und vor der Schulrechtsprüfung eine Unterweisung bzw. Konsultation durch den Schulleiter zum Schulrecht erfolgen.
2) Ein weiteres Problem besteht im Einsatz der LiAs. Der eigenverantwortliche Unterricht der LiAs wird zu häufig nach dem aktuellen Bedarf der Schule und zu wenig nach dem Stand der Ausbildung bzw. nach den Vorgaben des Ausbildungskonzeptes geplant und geregelt. Das Ausbildungskonzept und die Qualität der Ausbildung haben demgegenüber einen herausragenden Stellenwert, der bei der Deputatsverteilung unbedingt beachtet werden muss, damit der vorgeschriebene Unterricht in allen Stufen realisiert werden kann.
3) Die Ausbildungslehrkräfte schlagen vor, dass Stundenauswertungen zwischen der LiA und dem Schulleiter stets kurz verschriftlicht werden, so dass sich, über die im Ausbildungskonzept festgelegte Einsichtnahme der LiA hinaus (vgl. Ausbildungskonzept Abschnitt 2.4) , auch die Ausbildungslehrkraft über Ergebnisse der Rückmeldung informieren kann, sofern die LiA damit einverstanden ist.
4) Es wird festgestellt, dass die Stundenpläne der LiAs und der betreffenden Ausbildungslehrkräfte häufig nicht aufeinander abgestimmt sind. Das erschwert gegenseitige Hospitationen, Durchführung von angeleitetem Unterricht sowie Auswertungsstunden sehr. Die Stundenplanung muss stärker als unterstützendes Mittel der Ausbildung eingesetzt werden, auch wenn allen Beteiligten bewusst ist, dass die gegenwärtig auszubildende Zahl von 5 LiAs und einer Lehrkraft im 0. Semester eine organisatorische Herausforderung darstellt. Die Tatsache, dass z. Zt. so viele LiAs an unserer Schule ausgebildet werden, kann aber nicht zu Lasten der Ausbildungsqualität der einzelnen LiA gehen.
4. Weiterentwicklung
Die im Ausbildungskonzept unspezifisch formulierte Netzwerkbildung ist inzwischen realisiert worden. Unsere Schule arbeitet mit dem „Otto-Hahn-Gymnasium Geesthacht“ und der „Sachsenwaldschule“ in Reinbek zusammen. Dies geschieht vor allem in gemeinsamen Gruppenhospitationen, zu denen wechsel- und gegenseitig eingeladen wird. Diese Hospitatio-nen erweisen sich dann als besonders fundiert und anregend, wenn der Unterrichtsentwurf bereits mindestens einen Tag vor der Hospitation gelesen werden kann und die Auswertung der Stunde von der Schulleitung oder eine Studienleiterin bzw. einen Studienleiter geführt wird. Alle Ausbildungslehrkräfte und LiAs sind sich einig, dass das Ausbildungsnetzwerk gestärkt werden sollte. Es erweist sich als produktiv, wenn die Hospitationen im regionalen Netzwerk nicht nur von LiAs, sondern auch von den jeweiligen Ausbildungslehrkräften besucht werden. Dies sollte in Zukunft gefördert werden.
Von den LiAs unserer Schule werden verstärkt gegenseitige Hospitation gewünscht. Diesem Anliegen sollte weitgehend entgegengekommen werden.
Das Ausbildungskonzept unserer Schule sollte jeweils zu gegebenem Zeitpunkt um Anlagen ergänzt werden, die die Ausbildung einer Lehrkraft im 0. Semester regeln.
Auf der Schulkonferenz vom 26.03.2009 wurde beschlossen, dass eigenverantwortlicher Unterricht in Erdkunde auf Englisch frühestens ab dem 2. Semester erfolgen soll.
5. Fazit
Die Evaluation verdeutlicht, dass sich das Ausbildungskonzept unserer Schule bewährt hat. Dies wird vor allem durch den Einsatz der an der Ausbildung beteiligten Personen erreicht. Alle in der Ausbildung tätigen Lehrerinnen und Lehrer haben sich in den Fortbildungsveranstaltungen des IQSH als Ausbildungslehrkraft qualifiziert oder besuchen gegenwärtig diese Fortbildung.
Strukturelle Defizite bei der Verzahnung der Ausbildungsmodule mit der Schule, der Qualität der Module in der Säule A sind zu bemerken, jedoch nicht von und durch die Schule zu vertreten.
Die oben genannten Probleme bei der Realisierung des Ausbildungskonzeptes sollten im Interesse der Ausbildung der LiAs an unserer Schule von den verantwortlichen Personen aufgegriffen und gelöst werden.