











Einleitende Bemerkungen:
Schülerinnen und Schüler über Gefahren jeglicher Formen von Sucht und Gewalt aufzuklären und sie dagegen stark zu machen, gehört unbestreitbar zum Bildungs- und Erziehungsauftrag der Schule. Um diesen Teilbereich von Bildung und Erziehung nicht der Beliebigkeit zu überlassen, soll ihm durch das hier vorgelegte ganzheitliche Präventionskonzept, eine verbindliche Form und Struktur für die Klassen 5 bis 10 am Gymnasium Schwarzenbek gegeben werden.
Die Förderung der Lebenskompetenz junger Menschen ist das Ziel aller Präventionsmaßnahmen. Der Mensch mit seinen Stärken und Schwächen, mit seinen Gefühlen und Bedürfnissen steht im Mittelpunkt. Ziel aller Maßnahmen soll es sein, alternative Handlungsmöglichkeiten zu Sucht und Gewalt zu vermitteln und die Schülerinnen und Schüler für ihr Leben in der Gemeinschaft zu befähigen und zu stärken.
Der Präventionsausschuss evaluiert alle zwei Jahre die Präventionsarbeit der Schule durch Sichtung und Diskussion der dokumentierten Maßnahmen und erstattet der Schulkonferenz Bericht.
Baustein 1: Handlungsplan Frühintervention
Klassenstufe 6 und 8
Unter Leitung von Mitarbeitern der Alkohol- und Drogenberatungsstelle Ratzeburg findet in diesen Schuljahren je ein ganztägiger Präventionstag statt. Die inhaltlichen Anliegen dieses Tages sind: Alltagsnähe herstellen, Suchtursachen erkennen, Lebenskompetenzen fördern und informieren.
Zeitraum: Dezember/Januar
verantwortlich: Stufenleiter, Präventionsausschuss
Alle Klassenstufen
In den Wochen nach den Präventionstagen in den Klassenstufen 6 und 8 gibt es individuelle Gesprächsmöglichkeiten mit den Mitarbeitern der Alkohol- und Drogenberatungsstelle.
Zu vorher festgelegten Terminen können Schülerinnen und Schüler in Einzelgesprächen, auch anonym, Fragen stellen und Informationen über Hilfsangebote bekommen.
Diese Termine stehen bei Bedarf auch Eltern offen.
Zeitraum: nach den Präventionstagen
verantwortlich: Stufenleiter, Präventionsausschuss
Klassenstufe 6 und 7
Die Teilnahme an der Aktion „Be smart – Don’t start“ wird empfohlen. Sie sollte erfolgen, wenn die Klassensituation eine Teilnahme zulässt (Freiwilligkeit wird hier vorausgesetzt) und Klassen- bzw. Fachlehrer diese Teilnahme in ihrem Unterricht leisten können.
Zeitraum: November bis April
verantwortlich: Stufenleiter, Klassenleitung, Präventionsausschuss
Klassenstufe 5
In Fortsetzung entsprechender Veranstaltungen aus der Grundschule haben die Schülerinnen und Schüler die Möglichkeit, an Defending - Kursen teilzunehmen.
Dieses Angebot wird in Zusammenarbeit mit externen Anbietern gestaltet. Die Teilnahme ist freiwillig, da kostenpflichtig.
verantwortlich: Präventionsausschuss, Elterninitiative
Baustein 2: Prävention als Unterrichtsgegenstand
Klassenstufe 9
Mitarbeiter der Polizei führen eine Unterrichtseinheit (1 – 2 Std.) zum Thema „Rechtliche Aspekte von Drogenbesitz und –konsum“ durch.
Zeitraum: wird noch festgelegt
verantwortlich: Stufenleiter, Präventionsausschuss
Klassenstufe 10
Die Schülerinnen und Schüler besuchen eine Gerichtsverhandlung (vorzugsweise Jugendstrafrecht). Diese Veranstaltung wird im Rahmen des Deutschunterrichtes vor- und nachbereitet. Eine Fächer übergreifende Einbindung der Gesellschaftswissenschaften ist wünschenswert.
Zeitraum: wird noch festgelegt
verantwortlich: Stufenleiter, Fachleitung Deutsch, Präventionsausschuss
Klassenstufe 10
Im Fach Biologie wird das Thema „Organe des Menschen und deren Gesunderhaltung“ teilweise in der methodischen Form „Lernen durch Lehren“ (LdL) durchgeführt.
Die Schülerinnen und Schüler erarbeiten Vorträge, die sie vor Schülerinnen und Schülern jüngerer Jahrgänge halten (Kl.7 oder 8).
Zeitraum: wird noch festgelegt
verantwortlich: Stufenleiter, Fachkonferenzvorsitz Biologie (Herr Stauske), Präventionsausschuss
Baustein 3: Elternarbeit
Vor den Präventionstagen in den Klassenstufen 6 und 8 findet eine Elternversammlung statt. Die Mitarbeiter der Alkohol- und Drogenberatungsstelle informieren hier über die Inhalte der Präventionstage und geben Hinweise für den Umgang mit der Problematik in der Familie.
Zeitraum: vor den Präventionstagen
verantwortlich: Stufenleiter, Präventionsausschuss
Es wird die Möglichkeit zur Teilnahme an Elternseminaren in Zusammenarbeit mit der Koordinationsstelle Schulische Suchtvorbeugung (KOSS) angeboten.
Diese finden einmal jährlich statt und sind kostenpflichtig.
verantwortlich: Präventionsausschuss
Weiterhin besteht die Möglichkeit, an Themenabenden in Zusammenarbeit mit der Alkohol- und Drogenberatungsstelle Ratzeburg teilzunehmen (u.U. schulartübergreifend). Diese werden bei entsprechender Teilnehmerzahl organisiert und sind ebenfalls kostenpflichtig.
verantwortlich: Präventionsausschuss
Baustein 4: Konfliktmanagement
Konfliktlotsen
Wir bilden an unserer Schule zumeist im Rahmen von Projektwochen Schüler zu sogenannten „Konfliktlotsen“ aus. Sie erlernen dabei, die Methode der Mediation anzuwenden.
Die Aufgabe der Lotsen besteht darin, bei Konflikten zwischen Mitschülern zu vermitteln. Sie leiten dabei die (zumeist zwei) Streitpartner an, eine für beide Seiten akzeptable Lösung zu erarbeiten. Sie werden von dazu ausgebildeten Lehrkräften betreut.
Verschwiegenheit und Eigenständigkeit der Lotsen und Freiwilligkeit der Konfliktpartner sind unabdingbare Voraussetzungen für die Tätigkeit der Lotsen.
Die Lotsentätigkeit findet ihre Grenzen (zumeist) bei Mobbingfällen, bei Konflikten zwischen Lehrern und Schülern und immer bei Kriminalität.
Verbindungslehrer / Schülervertretung
Bei Konflikten zwischen Schülern und Lehrern stehen die Schülervertretung und die Verbindungslehrer als Ansprechpartner zur Verfügung.
Anti-Mobbing-Gruppe
Mobbing tritt in jeder Altersstufe auf und ist auch an unserer Schule ein immer wieder auftretender Tatbestand.
Für die Bearbeitung der Vorfälle ist in den allermeisten Fällen der Klassenlehrer zuständig. Er fühlt sich für das Verhalten und Zusammenleben der Schüler seiner Klasse verantwortlich.
Die Anti-Mobbing-Gruppe hat sich zusammengefunden, um einerseits den mit Mobbingfällen befassten Lehrern Rückhalt und im Rahmen ihrer Möglichkeiten Beratung zu bieten, andererseits Unterrichtsmaterial zur Verfügung zu stellen und Präventionsmaßnahmen und Lehrerfortbildungen zu initiieren.
Die Gruppe ist also vorrangig eine Anlaufstation für das Kollegium.
Die Mitglieder der Gruppe sind in akuten Fällen ansprechbar und bieten Begleitung und Beratung an. Sie fühlen sich im hohen Maße dem Gebot der Vertraulichkeit und Verschwiegenheit als unabdingbare Voraussetzung einer beratenden Tätigkeit in einem komplexen Beziehungskonflikt verpflichtet.