











Protokoll der Zukunftswerkstatt "Mehr Demokratie wagen"
Leitung: Herr Martin Baumgartner-Heppner, Frau Petra Woelky-Nelles
Anwesend: Vertreter der Jahrgangsstufen 7 – 11, der SV und des Präsidiums des Schüpa des SL-Teams und die SV-LehrerIn
Dauer: 8./9. Dezember 2008, jeweils von 8:00 Uhr bis ca. 13:00 Uhr
Montag, den 8. Dezember 2008
a) Intro:
- Ausfüllen einer Tabelle durch alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer mit den Unterpunkten Name, Interessen, Wünsche an die Zukunftswerkstatt und der persönlichen Rolle in einem Krimi
- kurze Vorstellungsrunde
- Auflockerungsspiel
- Einführung in Arbeit der folgenden zwei Tage
b) Gruppenarbeitsphase I:
– Aufteilung in Gruppen zu je 4 Personen zur Bearbeitung der folgenden Themen, die nachfolgend gemeinsam ausgewertet wurden:
· Für mich hat es sich gelohnt an der Zukunftswerkstatt teilzunehmen, wenn ...
· Mögliche Stolpersteine, die an dem Erfolg der Zukunftswerkstatt hindern könnten: …
· So wird unsere Zukunftswerkstatt ein Erfolg: …
c) Kreativteil:
- Es musste eine Plane von ca. 20 m² umgedreht werden, während die gesamte Gruppe draufsteht.
- Auswertung der Umsetzung: Teamwork kann nur gelingen, wenn Personen Leitung / Verantwortung übernehmen und über Kommunikation die Beteiligung aller Personen sichergestellt ist.
d) Gruppenarbeitsphase II:
- Aufteilung in drei Gruppen, Arbeitsauftrag: Gruppe a) mit allen Stühlen im Raum ein Viereck bilden, b) mit allen Stühlen im Raum ein Dreieck bilden, c) mit allen Stühlen im Raum eine Gasse bilden; Die Aufgabe ist eine Sensibilisierung, mit dem Fokus auf die Frage: Was ist Beteiligung? Es wird festgestellt, dass auf Nicht-Beteiligung Nicht-Motivation bzw. Nicht-Engagement folgt.
- neue Aufteilung in 3 Gruppen mit Karten rot, gelb, grün. Die Schüler der Gruppe „Rot“ dürfen weder annehmen, noch weggeben, „Gelb“ darf weggeben, aber nicht annehmen und „Grün“ darf sowohl annehmen, als auch weggeben. Vorgabe: Wo nach 10 min die meisten Karten sind, darf unter bestimmten Voraussetzungen bestimmt werden, was mit der Schokolade in der Mitte passiert. Es geht um Integration, Hierarchie und Fairness. Fraglich bleibt, wie der Ablauf sich gestalten würde, wenn es nicht um Schokolade gehen würde.
e) Zeugnis über die Beteiligungskultur für unsere Schule:
- Noten von 1 (sehr gut) bis 6 (ungenügend) nach folgenden Gesichtspunkten:
1) Schülerinnen und Schüler sind über die Beteiligungsmöglichkeiten an unserer Schule informiert: Note 5,26
2) Schülerinnen und Schüler wirken bei der Gestaltung von Unterrichtsmethoden und –Inhalten mit: Note: 5,04
3) Schülerinnen und Schüler sind über die Arbeit / Inhalte der Schülergremien (SV, Schüpa) informiert: Note 4,5
4) Schülerinnen und Schüler gestalten und planen innerhalb der Projektwoche eigenständig ihre Projekte: Note 3,27
5) Schülerinnen und Schüler wirken bei der Gestaltung der Schulgebäudes, -geländes und Klassenraumes mit: Note 5,08
6) Schülerinnen und Schüler fühlen sich kompetent und qualifiziert um an Beteiligungsprozessen in der Schule teilzunehmen bzw. sie zu initiieren: Note 4,78
7) Schülerinnen und Schüler sind über das Schulprogramm informiert und an der Weiterentwicklung beteiligt: Note 5,69
f) kurzes Plenum und anschließende Gruppenarbeitsphase III:
- Ideenfindung mit der „Kopfstandmethode“: Was müssen Schüler und Lehrer machen, damit Beteiligung an unserer Schule ein absoluter Misserfolg wird?
Folgende Cluster wurden aus den Aussagen der Teilnehmer gebildet:
(1) Kommunikation / Informationsfluss
(2) Lehrer (Redeverbot / Diskussionsverbot)
(3) Gleichberechtigung vom Schülerinnen und Schülern (m/w bzw. gut/schlecht)
(4) Engagement / Interesse zeigen
(5) Ignoranz von Ideen / Menschen / fehlende Integration
zu (1) Kommunikation / Informationsfluss:
Folgenden Punkte wurden diskutiert:
1) Wo kann man sich beteiligen?
2) Wer ist mein Ansprechpartner in Bezug auf Beteiligungsprozesse?
3) In welchen Bereichen gibt es Beteiligungsprozesse?
4) Was sind Gremien und wie kann man sich in diese integrieren?
5) Wie sollte man informieren? Plakate / Infoblätter; intensivere und verbesserte Nutzung der Sprechanlage; Meinungsbilder / Abstimmungen sollten öfter erfolgen; Abstimmungen u.a. sollten gut ausgearbeitet werden!
6) Klarstellung, dass Beteiligung NICHT heißt, in der Schülervertretung bzw. im Schüpa aktiv sein zu müssen oder sich in irgendeiner Weise zu dauerhafter Beteiligung zu verpflichten.
Die Schülervertretung ist dazu da, die Meinungen der Schüler zu vertreten. Folglich benötigt sie die Meinungen der Schüler! (Engagement von beiden Seiten!)
zu (4) Engagement / Interesse zeigen:
1) Lehrer sollen dazu angeregt werden, mehr Interesse an Schülern zu zeigen, d.h. mehr auf diese eingehen.
2) Eigeninitiative der Schülerschaft ist nötig
3) Aufforderung an die Lehrer, Schülern das Gefühl zu vermitteln, dass Kooperation zwischen Schülerschaft und Lehrkräften angestrebt wird und dass es kein Fehler ist, etwas nicht zu verstehen.
4) Die Schülervertretung wird aufgefordert, Projekte besser zu verdeutlichen durch besseren Informationsfluss, bessere Ausarbeitung von Konzepten etc.
Dienstag, den 9. Dezember 2008
g) weitere Präsentation im Plenum
zu (2) Lehrer:
1) Probleme: Berichte aus dem Schüpa werden mitunter nicht zugelassen; Lehrer haben keine Zeit für die Schüler, zeigen zu wenig Engagement, praktizieren zu oft alte Unterrichtsmethoden und missbrauchen ihre Machtposition gegenüber den Schülern zu oft
2) Lösungsvorschläge: mehr Zeit bereitstellen für individuelle Beratung von Schülern, Durchführung des Klassenrates, Fortbildung für Lehrer zu modernen Unterrichtsmethoden, Entwicklung einer Rückmeldekultur an Lehrer
zu (3) Gleichberechtigung:
- Probleme: mitunter erleben Schüler Ungleichbehandlungen von Mädchen und Jungen bzw. von leistungsstarken und leistungsschwachen Schülern
zu (5) Ignoranz von Ideen:
- Problem: Es wird mitunter eine Ignoranz gegenüber anderen Meinungen, Ideen und Personen in der Schule erlebt, die zum einen durch eine Sensibilisierung für dieses Thema und zum anderen durch gemeinsame Arbeit behoben werden kann.
h) Gruppenarbeitsphase IV:
- Zeichnen einer idealen Beteiligungsmaschine, die bestimmte Dinge enthalten bzw. können soll (z.B. Roboter, 15 Bretter, tasten, fühlen, flirten, springen, rennen)
i) Gruppenarbeitsphase V „Delphimethode“:
- zu den o.g. Schwerpunkten (1) bis (5) wurden nach einem Zeitplan Ideen zusammengetragen
- anschließend bewertete jeder Teilnehmer unter den notierten Lösungsvorschlägen die jeweils beste Idee durch Anbringen eines Klebepunktes
- daraus entstand folgende Liste , der meist gewählten Ideen / Projekte:
1. Eigene Kreativität einbringen
2. Schuldisco veranstalten
3. Plakate auf Gängen und Treppen als Eyecatcher mit Struktur und Verbindlichkeit
4. Erfolgserlebnisse motivieren
5. Klassenfahrten mitplanen
6. Sportturniere veranstalten und mit Kuchenverkauf etc. koppeln
7. Regelmäßige Kommunikation mit der Schulleitung
j) Gruppenarbeitsphase VI:
- es wurden erste Aktionsplanungen zu dem o.g. favorisierten Projekten / Ideen diskutiert, die u.a. die Aspekte „Wer muss beteiligt werden?“, „Wie kann es finanziert werden?“, „Zeitplanung“ berücksichtigten
k) Präsentation im Plenum:
- Anwesend waren unter anderem die Schulleitung, Herr Dr. Seliger, eine Vertreterin des Vorstandes des Schulelternbeirates, Frau Schmidt, der Stadtjugendpfleger Herr von Wachholtz sowie mehrere Vertreter der Presse.
- In einem Rundgang wurden wesentliche Schwerpunkte des Workshops und seiner Ergebnisse des Anwesenden erläutert. Anschließend wurde symbolisch der Tannenbaum in der Eingangshalle gemeinsam mit Zetteln geschmückt, die wesentliche Projekte und Ideen möglicher Beteiligungsprojekte von Schülern am Schulleben und an der Schulentwicklung darstellen.